Senator Federico Rosazza

Federico Rosazza gehörte der Vereinigung “Giovine Italia” an, die sich für die nationale Einigung Italiens einsetzte. Er trug den Spitznamen “Gatto” – Katze (um ein Erkennen im Schriftwechsel zu vermeiden, griff man gemeinhin auf solche Tricks zurück). Mazzini wurde in Briefen “Emilia”, “Antonietta”, “la cugina” (Cousine) genannt. Andere Mitglieder, die mit dem Senator in Kontakt standen, waren: Campanella und die Brüder Ruffini. Giovanni Ruffini beschreibt in seinem Werk “Lorenzo Benomi” die Unruhen in den Jahren 1833 bis 1848.

In diesem Roman wird Federico Rosazza mit dem Namen “Alfredo” genannt. Federico Rosazza schrieb in seinen jungen Jahren zwischen 1831 und 1832 Gedichte und Artikel, die sehr in der Öffentlichkeit geschätzt wurden. 1842 veröffentlichte er seinen Roman in zwei Bänden “Carlo e Matilde”. Das Motiv ist die Liebe zwischen einem armen Italiener und einer reichen Engländerin. Eine Kopie dieses zweibändigen Romans befindet sich in unserem Besitz. Er hegte ein großes Interesse bestand an der Musik und der Kunst. Er nahm Unterricht beim Musiker und Dirigenten Ronco und in jeder seiner Wohnungen stand ein Klavier (das Klavier steht auch heute noch bei uns). Er hatte seine Bühne im Genueser Theater “Carlo Felice “ und im Turiner “Teatro Regio” sowie im” Emanuele“, wo er im Jahr 1866 gut zwölf Aufführungen der Oper “L’Africana” darbot. Er erwarb zahlreiche alte Gemälde und Möbel, die sich auch heute noch in unseren Räumlichkeiten befinden.

Nachdem seine Tochter Ida mit 17 Jahren im Jahr 1865 an Pocken verstorben war, veranlasste ihn der Wunsch, mit ihr zu kommunizieren, dazu, sich näher mit dem Spiritismus zu beschäftigen. So abonnierte er die einschlägigen Jahresschriften “Annuali dello Spiritismo” (einige Bände sind noch im Schloss vorhanden) und führte mit dem Maler Maffei zahlreiche spiritistische Sitzungen durch. Mehrmals erschien ihm seine Tochter Ida und bat ihn auf, seine Gabe zur Verschönerung des Schlosses Desana, von Rosazza, ihrem Geburtsort und des ganzen so sehr von ihnen geliebten Tals Valle d’Andorno (das heutige Cervotal – Valle del Cervo – in der Gegend von Biella) einzusetzen. Aufgrund seiner großen Leidenschaft für die Botanik, entwarf er den Schlosspark neu und pflanzte zahlreiche wertvolle Pflanzenarten aus der ganzen Welt an. Zahlreiche Arbeiten sind jedoch öffentliche Arbeiten in der Gegend von Biella.

Er plante und baute die Straße und den Tunnel, die die Wallfahrtskirche von San Giovanni d’Andorno mit der von Oropa verbindet und errichtete an der ganzen Strecke einige Kapellen. Er stellte einige Maultierpfade wieder her, die seinerzeit stark von Hirten und Pilgern in den Tälern von Andorno und Oropa genutzt wurden. Von großer Bedeutung ist der in seinem Besitz befindliche Granitsteinbruch wenig oberhalb des Orts Rosazza. ( Eine Kuriosität: Im Valle d’Andorno befanden sich sehr viele Granitsteinbrüche. Der Stein aus diesem Gebiet wurde in der ganzen Welt sehr geschätzt. Denken wir nur einmal an den Sockel der Freiheitsstatue von New York, der aus dem Granitgestein dieses Tals besteht). Diese öffentlichen Arbeiten gaben den Arbeitern und den Steinmetzen der ganzen Gegend um Biella mehr als 30 Jahre Arbeit. Für ihn ist das Wasser Leben: “L’acqua è vita”. Aus diesem Grund ließ er Aquädukte und Brunnen errichten, die wir auch heute noch bewundern können. Seine Leidenschaft für die Botanik lässt sich auch in der Landwirtschaft wahrnehmen. Er verwaltete nicht nur die Ländereien in der Gegend von Desana, wo der Reis angebaut wurde, nein, er hegte auch den Wunsch nach dem Anbau von Gemüse in seinem eigenen Garten.

Das Lieblingsgemüse des Senators war der Spargel. Er liebte die Erdbeeren im Frühling, die Kartoffeln und den Kohl im Winter. Dieses Gemüse kombinierte er im Allgemeinen auch mit dem Reis. Während der Aufenthalte über das Jahr in Turin und in Genua, ordnete er Sendungen per Kutsche oder per Bahn mit den genannten Produkten an. Aber er ließ auch Maismehl, die Bohnen, die mit dem Namen Fagioli Borlotti Saluggini bekannt sind, Butter und Käse aus dem Piemont hertransportieren. Die Lieblingsweine waren die Nebbiolo-Weine aus der Gegend um Biella (er nannte ein Weinbauunternehmen in Cerreto Castello in der Nähe von Biella sein eigen) und die Alba-Weine. Gerne trank er auch Kaffee. Die Küche war die typische Piemonteser und Genueser Küche.

Zu seinen persönlichen Lieferanten zählten: “Borsalino” für die Hüte, “Levi e Sacerdom” aus Turin, die Schneider für seine Anzüge, “Overa” für die Schuhe, “Prevôt e Rontin” für die Hemden. Der Senator hatte eine besondere Angewohnheit: Er zeichnete täglich das Klima auf: Mindest- und Höchsttemperaturen, Regentage, Schnee, Sonne, etc..( “am 12. Januar des Jahres 1884 ging die Sonne über dem Dach meines Hauses um 9.35 Uhr auf, von der Tür zum Garten aus meinem Schlafzimmer vor dem Bau der neuen Martini-Fabrik aus gesehen ”). Um die Berechnungen zu überprüfen, kaufte er eine “Maschine” des Erfinders „Biondi“ zum Addieren. Viele dieser Aufzeichnungen befinden sich in unserem Besitz.

Er beschäftigte sich überdies mit alten Felseninschriften (Runenschriften) und ließ alpine Mythen und Legenden in Granit meißeln. Viele dieser Werke sind heute noch oberhalb der von ihm erstellten Maultierpfade zu sehen. Zu den kuriosesten Darstellungen gehören „Die alte Frau vom See und der Bär“ sowie „Agnesetta Rosazza“.

Link zur Vertiefung: Official website of the Republic Senate, Wikipedia

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Besichtigungen

Das Schloss und reisfelder

Eine faszinierende Reise in die letzten 2000 Jahre der Geschichte von Desana und seines Schlosses



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Bankette und Feiern

Der Salone delle Capriate

Der Salone delle Capriate ist ein einfacher Raum voller Harmonie, der in einem Flügel des Schlosses aus dem alten Gebälk aus dem 19